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Der Lebensweg

Der Lebensweg

Mit Tarotkarten den gesamten Lebensweg betrachten! Dazu wird eine Reihe aus fünf Karten online gelegt. Jede von ihnen beschreibt einen Meilenstein in der eigenen Biografie. Eine davon wird immer der Narr sein. Seine einzige Rolle ist es, den gegenwärtigen Zeitpunkt zu markieren, wobei der zeitliche Verlauf von links nach rechts abgebildet wird. Alles was hinter ihm liegt gehört der Vergangenheit an, alles, was vor ihm liegt, der Zukunft.

Launen des Schicksals

Ob die Karten nun das komplette Leben untersuchen oder lediglich einen Teil davon, ist von der Laune des Schicksals abhängig. Auch die eigenen Gedanken vor und während des Ziehens dürften ihren Teil zum Ergebnis beitragen.

Unabhängig von der eigenen Erwartung kann der Blick zu hundert Prozent auf die Zukunft beziehungsweise die Vergangenheit fallen. Das tritt ein, wenn sich der Narr auf der ersten beziehungsweise letzten Position befindet. In diesem Fall wollen sich die Karten wohl ausschließlich mit einer von beiden Zeitdimensionen beschäftigen. Man könnte dies als Zeichen werten, dass es anscheinend etwas Zurückliegendes gibt, das noch einer näheren Auseinandersetzung bedarf - oder dass im anderen Fall der Fokus lieber auf der Zukunft liegen sollte. Weniger klar erkennbar als die untersuchte Zeit ist der dargestellte Zeitraum. Vor allem wenn der Joker am Rand liegt, entsteht erst einmal die Frage, ob die Untersuchung nur eine Lebensphase oder die gesamte Biographie umfasst. Die Antwort ist nicht immer einfach und kann in manchen Fällen sogar lauten: sowohl als auch.

Um das Ergebnis zu verstehen, ist es hilfreich, sich bewusst zu machen, dass die Symbole des Tarots im Vergleich zu den einzigartigen Erlebnissen und Erinnerungen eines individuellen Menschen sehr allgemein gehalten sind. Sie werden je nach Situation immer wieder anders interpretiert. Somit können die gleichen Karten verschiedene Zusammenhänge zum Ausdruck bringen. Es wäre durchaus vorstellbar, dass sich ein Ergebnis auf Makroebene als ein gesamtes Leben verstehen lässt und gleichzeitig auf Mikroebene eine viel kürzere Zeitspanne beschreibt. Doch so kompliziert muss man die Legung gar nicht deuten. Normalerweise fällt der Blick sowieso auf einen einzigen zusammenhängenden Zeitraum. Welche persönliche Phase dieser darstellt oder ob er sich über die komplette Vita erstreckt, kann oft sehr schnell erkannt werden. Schließlich ist jedes Leben geprägt von Ereignissen, Einflüssen oder beispielsweise Stimmungen, die von einzelnen Karten gut zum Ausdruck gebracht werden. Somit müsste es meistens nicht allzu schwer fallen, eine Zuordnung zu treffen und Teile des eigenen Lebensweges im Ergebnis wiederzuerkennen.

Warum den Narren als Gegenwartsmarkierung?

Die erste Karte des gesamten Tarots ist der Narr. Er stellt einen kindlichen wie vorbehaltlosen inneren Zustand dar. Der Narr lebt völlig im Jetzt. Er denkt weder an das Gestern noch an das Morgen. Was für ihn zählt, ist der Augenblick und somit die Gegenwart, die er in dieser Legung kennzeichnet. Außerdem umreißt die Große Arkana einen Entwicklungsprozess. Der Narr steht an ihren Anfang und trägt die Nummer null. Man kann ihn als formbare Masse betrachten, als einen menschlichen Zustand, der noch dabei ist, sich zu entwickeln. Dabei könnten alle möglichen Richtungen eingeschlagen werden. Alles ist noch offen. So wie das Jetzt, das ebenfalls unendliche Möglichkeiten in sich birgt.